Bundesfestung in Ulm

Die Bundesfestung Ulm

 

ist - neben Landau, Luxemburg, Mainz und Rastatt - eine von fünf Bundesfestungen. Diese Festungen wurden durch den Deutschen Bund finanziert (daher auch der Name) und, neben zahlreichen Landesfestungen, im 19. Jahrhundert aus- oder neu gebaut und im Jahre 1859 fertiggestellt. Mit einer polygonalen Hauptumwallung von rund 9 km hatte Ulm die größte Befestigung des 19. Jahrhunderts.

 

Moritz Karl Ernst von Prittwitz und Gaffron
Moritz Karl Ernst von Prittwitz und Gaffron

Nach der endgültigen Niederlage Napoleons (1815) war man sich einig, dass eine Sicherung der Länder auch nach innen zu erfolgen habe. Die Bundesfestungen waren eines der wenigen Projekte des deutschen Bundes, die verwirklicht wurden. Die Bundesfestung Ulm wurde im Zeitraum von 1838 bis 1859 von Festungsbaudirektor und damaligem Oberst Moritz Karl Ernst von Prittwitz und Gaffron entworfen und unter seiner Leitung erbaut. Bei ihrer Errichtung waren bis zu 10.000 Arbeiter tätig.

Das perfekte Buch von Matthias Burger, zum diesem Thema mit hervorragenden Bildern. Für jedem der sich vertiefen möchte in die Geschichte der Ulmer Bundesfestung, ist dieser Bildband sehr zu empfehlen. ISBN-10: 3882943661
Das perfekte Buch von Matthias Burger, zum diesem Thema mit hervorragenden Bildern. Für jedem der sich vertiefen möchte in die Geschichte der Ulmer Bundesfestung, ist dieser Bildband sehr zu empfehlen. ISBN-10: 3882943661

 

In Friedenszeiten sollte die Festung 5.000 Soldaten des Bundesheeres beherbergen, für den Eintritt des Ernstfalles rechnete man dagegen mit bis zu 20.000 Soldaten. Weiterführende Planungen sahen sogar 100.000 Soldaten vor. Die gesamten Baukosten der Festung werden auf 16.500.000 Gulden geschätzt.

Die Festung stellt sich als geschlossener, polygonförmiger Mauerzug um beide Städte Ulm und Neu-Ulm dar, der in einiger Entfernung eine Reihe Forts vorgelagert sind. Aus der topografischen Lage heraus wurden mit den Forts in Ulm markante Höhen über der Stadt gesichert, während dies in Neu-Ulm, mangels Bergen um die Stadt, unterblieb. Die einzige Brücke über die Donau lag zwischen beiden Städten innerhalb der Festung.

Bierdeckel von der Ulmer Münster Brauerei zum 150 Jubiläum der Bundesfestung, mit der Abbildung der Kaiserlichen Österreichischen Artillerie und der Abbildung der Wilhelmsburg um 1900.
Bierdeckel von der Ulmer Münster Brauerei zum 150 Jubiläum der Bundesfestung, mit der Abbildung der Kaiserlichen Österreichischen Artillerie und der Abbildung der Wilhelmsburg um 1900.

 

 

Erstmalig wurde in Deutschland das Bastionärsystem beim Bau der Festung Koblenz (1815-34 gebaut) aufgegeben und stattdessen ein Polygonalsystem mit vorgelagerten Befestigungen geschaffen. In diesem Zusammenhang ist von der neupreußischen oder neudeutschen Manier die Rede. Diese ist als Vorbild beim Bau der Festung Ulm gut erkennbar.

 

 

Lithografie von E. Emminger 1875
Ansicht vom Galgenberg nach Ulm und rechts nach Neu-Ulm. Lithografie von E. Emminger 1875

Lageplan der Bundesfestung

Die Stadtumwallung auf der Ulmer Seite

Werk I – Obere Donaubastion

 

Die Obere Donaubastion (später, aber eher selten, Artilleriekaserne und Kraftfahrkaserne genannt) wurde zwischen 1843 und 1855 unter dem württembergischen Major von Schele erbaut und konnte bis zu 2.253 Mann fassen. Größtes und heute noch erhaltenes Bauwerk der Bastion ist das vierstöckige Reduit, das als Defensivkaserne (Wohnräume an der Kehlseite, Geschützkasematten an der Front) genutzt wurde, es besitzt einen Treppenturm in der Front und zwei Flankentürme. Vor dem linken Flankenturm befand sich der Anschluss zum Werk XXVIII. Die Bastion besaß zudem zwei Verbrauchspulvermagazine in den Wallenden, eine Halbcaponniere am linken Kehleck, eine Bonnetkasematte im Saillant, dahinter eine Wurfbatterie im und eine Bonnetkasematte auf dem Wall. Diese drei Bestandteile konnten das Neu-Ulmer Vorfeld vor Werk 9 bestreichen. An der rechten Schulter befand sich eine Secondeflanke mit vier Geschützscharten, an diese Flanke schloss sich Werk II an. An der Grabenaußenseite befand sich ein gemauertes Blockhaus. An der Escarpe und an der linken Flankenmauer entlang befand sich ein nasser Graben mit Batardeau vor dem Saillant.

 

Belegt wurde die Bastion von 1855 bis 1873 vom württembergischen Fußartillerie-Regiment Nr. 13, dann bis 1918 vom Feldartillerie-Regiment „König Karl“ (1. Württ.) Nr. 13, von 1920 bis 1933 von der Reichswehr und schließlich bis 1939 von der Wehrmacht. Danach diente das Reduit als Luftschutzbunker im Zweiten Weltkrieg und als Notunterkunft bis 1971.

 

Bundesfestung Ulm, Werk I    Obere Donaubastion
Werk I Obere Donaubastion

Werk II – Courtine mit Ehinger Tor

 

Die Courtine wurde zwischen 1843 und 1855 unter dem württembergischen Oberleutnant Faber du Faur erbaut und verband die Obere Donaubastion mit der Mittelbastion. Das Werk konnte 133 Mann aufnehmen und bestand aus der Wallanlage mit dem darin befindlichen inneren Ehinger Tor, einer Caponniere, die den nassen Graben nach Süden bis zum Saillant der Oberen Donaubastion und nach Norden bis zum Saillant der Mittelbastion sicherte, der Escarpe und einer Tenaille am Anschluss zu Werk I, die den linken Wassergraben des vorgelagerten Ravelins sicherte.

Im Zuge der Entfestigung wurde der Wall 1904 abgetragen und mit der Escarpe in den Graben gefüllt sowie die Caponniere abgebrochen. Das innere Ehinger Tor sowie die Torpfeiler vor dem Tor sind heute als einziges noch erhalten. Das Ehinger Tor steht heute mitten in einem großen Verkehrsknotenpunkt (Kreuzung mehrerer Bundesstraßen, große Haltestelle für Busse und Haltepunkt der Straßenbahn).

Bundesfestung Ulm, Werk II   Ehinger Tor
Werk II Ehinger Tor

 

III – Ravelin vor dem Ehinger Tor. Existiert nicht mehr

(Als Ravelin bezeichnet man ein Außenwerk vor der Mauer=Courtine)

 

Das 80 Mann fassende Ravelin wurde unter Major von Schele in den Jahren 1843 bis 1855 vor der Caponniere von Werk II errichtet, um diese zu schützen. Es bestand aus einer traversierten Wallanlage, dem äußeren und dem mittleren Ehinger Tor, einem Blockhaus auf der Grabenaußenseite, einem nassen Graben und dem Glacis, welches als einziges heute noch von diesem Werk erhalten ist. Es gehört heute zu den „Ehinger Anlagen“. Die Schulgebäude und die Furttenbachstraße zeichnen heute den Verlauf des Ravelins nach.

 

 

Werk IV – Mittelbastion

 

Der Böblinger Turm, das Reduit der Mittelbastion

 

Die 288 Mann fassende Mittelbastion wurde zwischen 1843 und 1855 unter Leitung des nassauischen Oberleutnants von Sachs errichtet. Sie bestand aus Wallanlage, nassem Graben, Escarpe, einer Tenaille in der linken und einer Caponniere in der rechten Schulter. Im Saillant wurden eine Bonnetkasematte, eine Wurfbatterie und eine Hohltraverse im Wall angelegt. Mittig in der Kehlseite befand sich das kleine achteckige Reduit, auch „Böblinger Turm“ genannt. Das Reduit besitzt nur Gewehrscharten, keine Geschützscharten, da die eigentliche Verteidigung von der vorgelagerten Blauflèche übernommen werden sollte und das Vorfeld im Falle eines Angriffs geflutet werden konnte.

Um 1880 wurden auf dem Wall mehrere Erdtraversen aufgeschüttet. Von der Bastion ist heute nur noch das Reduit erhalten, das von einem Taucherverein genutzt wird. Im Zuge der Entfestigung wurden Wall und Graben 1905 eingeebnet. Die Caponniere wurde, nachdem sie bereits vorher in der Länge halbiert wurde, im Zweiten Weltkrieg von einer Bombe getroffen und die Ruine 1961 abgetragen.

 

Bundesfestung Ulm, Werk IV   Mittelbastion
Werk IV Mittelbastion

 

 

Werk V – Blauflèche. Existiert nicht mehr

 

 

Die Blauflèche wurde zwischen 1843 und 1855 unter Major von Schele erbaut und konnte bis zu 96 Mann fassen. Sie war der Mittelbastion zu deren Schutz vorgelagert und bestand aus einem eigenen nassen Graben, einem fünfeckigen traversierten Wall und einem Blockhaus am Anschluss an die Mittelbastion sowie einem weiteren im Innenhof. Am 21. Februar 1903 wurden die Mauerbauten gesprengt und das Gelände danach eingeebnet.

 

 

Werk VI – Courtine mit Blaubeurer Tor

(Eine Courtine ist die Mauer (Wall) von Befestigungsanlagen zwischen zwei Türme, Basteien oder sonstigen Bollwerken.)

 

Sie wurde 1843 bis 1855 unter Major von Schele erbaut und konnte mit 56 Mann belegt werden. Das Werk verband zusammen mit der anschließenden Courtine VIII die Mittelbastion mit der Kienlesbergbastion. Es bestand aus der Escarpe, einem nassen Graben, Batardeaus zur Wasserregulierung des Grabens, dem kleinen Blumenscheintor, welches auf die Blauinsel führte, und am rechten Abschluss dem inneren Blaubeurer Tor, welches aus der gesamten Festungsanlage auf Grund seines an die Romanik angelehnten Baustils heraussticht. Unter der Courtine führten zwei Arme der Blau durch. Der Bau des Werks gestaltete sich schwierig, da das Gelände das alte Überschwemmungsgebiet der Blau war. So steht das Blaubeurer Tor auf einem tief eingerammten Rost aus 736 Holzpfählen. Von diesem Werk sind heute das Tor, welches allerdings beim Brückenbau in den 1960ern teilweise abgetragen wurde, 100 Meter der Escarpenmauer und die Blaudurchlässe erhalten.

 

Bundesfestung Ulm, Werk VI   Anschlusslinie
Werk VI Anschlusslinie

 

Der Bau des Werks gestaltete sich schwierig, da das Gelände das alte Überschwemmungsgebiet der Blau war. So steht das Blaubeurer Tor auf einem tief eingerammten Rost aus 736 Holzpfählen. Von diesem Werk sind heute das Tor, welches allerdings beim Brückenbau in den 1960ern teilweise abgetragen wurde, 100 Meter der Escarpenmauer und die Blaudurchlässe erhalten.

 

Bundesfestung Ulm, Werk VII    Blaubeurer Tor
Werk VII Blaubeurer Tor

 

 

VII – Ravelin vor dem Blaubeurer Tor. Existiert nicht mehr

 

Das unter Major von Schele in den Jahren 1843 bis 1855 angelegte Ravelin konnte mit 93 Mann belegt werden. Es wurde dem inneren Blaubeurer Tor vorgelagert und bestand aus dem mittleren und äußeren Tor, dem Wall, einem nassen Graben, einem Pulvermagazin am linken Anschluss an Werk VI und einem Blockhaus gegenüber dem rechten Anschluss an Werk VIII, sowie einem Glacis. Im Rahmen der Entfestigung wurde das Werk 1904 eingeebnet. Das Fundament des Blockhauses wurde 2002 beim Abriss eines Baumarktes wiederentdeckt, kurz darauf aber vollständig beseitigt.

 

VIII – Courtine zum Kienlesberg. Existiert nicht mehr

 

Die Courtine wurde von 1843 bis 1855 unter dem hessischen Oberleutnant Schleenstein erbaut und konnte mit 43 Mann belegt werden. Es bestand aus einem nassen Graben, Glacis, Escarpe, Wallanlage und einem Blockhaus am Anschluss zur Contregarde IX. Die Brustwehr des Walls war auf Höhe der Gabelung des Grabens zu den Werken VI und VII zweimal wellenartig abgeknickt, so dass zwei Geschützstände darauf entstanden, die den rechten Graben von Ravelin VII bestreichen konnten. 1867 wurde kurz vor dem rechten Abschluss ein Durchgang für die Bahnstrecke Ulm–Sigmaringen eingebaut. Ab etwa 1870 war der nasse Graben im Winter eine beliebte Eislaufanlage. Bei der Entfestigung ab 1904 wurden Wall und Graben abgetragen, wobei ein Teil des südlichen Walls als Rampe der alten Wallstraßenbrücke bestehen blieb. Dieser Rest wurde nach dem Zweiten Weltkrieg ebenfalls abgetragen.

 

 

Werk X – Kienlesbergbastion

 

 

Die Bastion wurde zwischen 1843 und 1852 unter von Hügel erbaut und konnte mit 390 Mann belegt werden. Auffällig ist die wuchtig gebaute Doppelcaponniere, die heute direkt an der Bundesstraße liegt. Daneben besteht das vollständig erhaltene Werk aus einem kleinen Reduit – in den Entwürfen war ein deutlich größeres geplant –, einer mit Bögen verstärkten Escarpe, der Kehlmauer, dem 1880 traversierten Wall, einer hinter der Caponniere liegenden Mörserbatterie und einem trockenen Graben. In den Wallenden wurden Pulvermagazine angelegt, das linke wurde später zu einem Geschosslademagazin umfunktioniert.

 

Nach Ende des Ersten Weltkrieges gab es Pläne, die Doppelcaponniere zur Kirche für den Stadtteil Eselsberg umzubauen, was aber nicht realisiert wurde. Heute wird die Caponniere von einem Jugendclub und einer Pfadfindergemeinschaft genutzt. In den 1990ern wurde der Wildwuchs auf dem Gelände entfernt und in den 2000ern ein Spazierweg angelegt.

 

Werk X      Kienlesbergbastion
Werk X Kienlesbergbastion mit Doppelcaponniere

 

Als Caponnière bezeichnet man im Festungsbau einen fest gedeckten oder massiv gemauerten Gang oder Raum, aus dem die Verteidiger mit Gewehren oder Geschützen die Angreifer auf der Sohle des Befestigungsgrabens beschießen konnten.

 

 

 

 

Werk XI – Westliche Anschlusslinie zur Wilhelmsburg

 

Diese Anschlusslinie konnte 30 Mann aufnehmen und wurde unter von Hügel in den Jahren 1843 bis 1852 erbaut. Sie verbindet die Kienlesbergbastion mit der Wilhelmsburg über einen Höhenunterschied von 70 Metern und besteht aus einer 350 Meter langen Escarpenmauer, einem trockenen Graben, einem Wall, der im mittleren Bereich drei Geschützstellungen besitzt, einer Bonnetkasematte im Saillant mit dahinter liegender Wurfbatterie und einem Glacis.

 

Außerdem befinden sich am Anschluss zur Kienlesbergbastion ein großes Kriegspulvermagazin mit einem Fassungsvermögen von 1200 Zentner (~60 t) Pulver, sowie ein kleineres Magazin in den obersten Geschützstellungen. Im oberen Bereich hinter dem Wall stand ein Wallmeisterhaus. Im Zweiten Weltkrieg dienten die Kasematten und das große Pulvermagazin als Luftschutzräume, da diese aber nicht ausreichten, wurden Stollen unter den Wall getrieben, von denen heute noch die betonierten Eingänge an der unteren Säntisstraße zu sehen sind.

Das Werk XI ist bis auf das Wallmeisterhaus vollständig erhalten. Zwischen 1994 und 1999 wurde der Graben und der Gedeckte Weg gerodet und damit in den Ursprungszustand versetzt. Ende der 1990er wurde eine Geschützscharte am Saillant vergrößert und eine Holzbrücke für Spaziergänger über den Graben gelegt. Im unteren Bereich wird der Graben von einem Schützenverein genutzt.

 

Bundesfestung Ulm, Werk XI Anschlusslinie zur Wilhelmsburg
Werk XI Anschlusslinie zur Wilhelmsburg

 

Werk XII – Wilhelmsburg

 

Die 200×130 Meter große Wilhelmsburg, die unter dem württembergischen Major von Erhardt in den Jahren 1842 bis 1849 erbaut wurde, dient der aus mehreren Werken bestehenden Wilhelmsfeste als Reduit und ist das stärkste Element der Hauptumwallung. Die Zitadelle konnte 6.951 Mann aufnehmen. Der Innenhof hat eine Fläche von 1,3 ha. Die Wilhelmsburg besteht aus vier Flanken, einem Kehlturm mit eigenem Innenhof und zwei 30 Meter hohen Flankentürmen an der Frontseite. Sie reicht zudem von der Grabensohle etwa 20 Meter, im Bereich der Gegenminenstollen 25 Meter tief ins Erdreich.

Außerdem lief ein trockener Graben rund um die Burg, dessen Nordseite beim Umbau der Wilhelmsfeste zur Bundeswehrkaserne in den 1950ern zugeschüttet wurde. In der Wilhelmsburg befinden sich rund 570 Räume, sie besteht aus 300.000 t Kalkstein aus dem Blautal. Wie die Reduits der Donaubastionen wurde die Wilhelmsburg als Defensivkaserne angelegt, das heißt, dass die Wohnräume der Soldaten auf der Seite zum Innenhof und die Geschützkasematten an den Außenseiten liegen. In der Kehlseite befinden sich halbkreisförmige Öffnungen, die als Wurfbatterien verwendet werden konnten.

Im Kehlturm befindet sich eine mit Zweispännern befahrbare Rampe, mit der die einzelnen Stockwerke mit allem Nötigen versorgt werden können. An den Flankentürmen befinden sich die Anschlüsse zu den Werken XIII (linker Turm) und XVII (rechter Turm), an der rechten Flanke der Anschluss an Werk XVIII und an der linken Ecke der an Werk XI.

 

Die Wilhelmsburg wurde unterschiedlich genutzt. Von ihrer Fertigstellung bis 1866 wurde sie von der österreichischen Festungsartillerie belegt, zeitgleich, jedoch länger (bis 1871) vom 6. Württembergischen Infanterieregiment. 1871 zog das Grenadier-Regiment „König Karl“ (5. Württembergisches) Nr. 123 ein und blieb bis 1918. Erst 1920 zogen wieder Soldaten der Reichswehr ein. 1928 wurde die mittlerweile undichte Erdbedeckung durch ein Ziegeldach ersetzt. 1935 wurden durch den Aufbau der Wehrmacht die Einheiten neu gegliedert, so entstand das Infanterieregiment 56, von dem aber nur ein Teil in die Wilhelmsburg einzog. Die Wehrmacht nutzte während des Zweiten Weltkriegs die Zitadelle nur wenig.

 

Bundesfestung Ulm, Werk XII Wilhelmsburg als Zitadelle der Bundesfestung
Werk XII Wilhelmsburg als Zitadelle der Bundesfestung

 

Die Wilhelmsfeste – Werke XIII bis XVII

 

Diese Feste wurden zwischen 1842 und 1857 unter Leitung des württembergischen Hauptmanns von Finsterlin mit Unterstützung der württembergischen Oberleutnants Berger, von Gaisberg und Arlt errichtet und konnte insgesamt 1.607 Mann aufnehmen, davon entfielen 766 auf den linken Stützpunkt (XIV), 286 auf die mittlere Courtine (XV) und 555 auf den rechten Stützpunkt (XVI). Die Courtinen XIII und XVII waren als reine Mauer- und Wallanlagen nicht belegbar. Die Wilhelmsfeste besaß die stärkste Front der Bundesfestung auf der Kuppe des Michelsbergs. Insgesamt besteht das Werk aus einer umlaufenden und mehrfach durch abschließende Mauern unterbrochenen traversierten Wallanlage mit Escarpenmauer und trockenem Graben, außerdem zwei Stützpunkten (auch Redouten genannt) an den Schultern der Front mit jeweils einem Reduit. Am linken Kehleck befindet sich eine Halbcaponniere, in der Courtine XV die große Hauptcaponniere und an der rechten Seite ein Flankenturm. Im Innenhof wurden verschiedene Kasernengebäude und ein Pulvermagazin errichtet. Im Süden befindet sich die Wilhelmsburg, die ein eigenes Festungswerk darstellt. Nördlich der Feste befanden sich der Lehrer Turm und das Fort Prittwitz, mit beiden war sie durch gedeckte Wege verbunden. Die gesamte Feste wird seit ihrer Fertigstellung nahezu ununterbrochen militärisch genutzt. Bis 1918 hatte die württembergische Armee ihren Standort dort, von 1920 bis 1935 die Reichswehr, anschließend bis 1945 die Wehrmacht. Von 1945 bis 1956 wurde sie von der US Army belegt und seit 1956 ist sie als Wilhelmsburgkaserne Standort der Bundeswehr, von 1956 bis 2005 vom II. Korps, von 2005 bis 2013 vom Kommando Operative Führung Eingreifkräfte und seit Juli 2013 vom Multinationalen Kommando Operative Führung / Multinational Joint Headquarters Ulm. Beim Bau einiger Bundeswehranlagen wurden Teile der Wälle insbesondere in der linken Seite zerstört, insgesamt ist die Anlage jedoch gut erhalten.

 

Werk XIII Linke Flanke, Anschlusslinie - Kein Bild vorhanden

Werk XIV Redoute, linker Stützpunkt - Kein Bild vorhanden

Werk XV Anschlusslinie - Kein Bild vorhandenWerk

XVII Anschlusslinie. Keine Bild vorhanden.

 

 

Bundesfestung Ulm, Werk XVI Redoute, rechter Stützpunkt
Werk XVI Redoute, rechter Stützpunkt

 

Werk XVIII Anschlusslinie zum Gaisenberg. Kein Bild vorhaden.

 

 

Werk XIX – Obere Gaisenbergbastion

 

Sie wurde zwischen 1843 und 1858 unter Hauptmann Vogt erbaut und konnte bis zu 206 Mann aufnehmen. Bestandteile des Kernwerks waren eine traversierte Wallanlage, Escarpenmauer, trockener Graben, Glacis, ein Reduit, Secondeflanken an den Schulterpunkten und eine Bonnetkasematte mit dahinter liegender Wurfbatterie im Saillant. Das Reduit wurde als Pulvermagazin geplant und hat daher eine eher ungewöhnliche viereckige Form. 1903 wurde die rechte Werksseite für den Bau der Eythstraße abgetragen, lediglich die rechte Secondeflanke blieb erhalten.

2002 wurde das mittlerweile verwahrloste Werk von der Stadt restauriert, nachdem in der linken Secondeflanke Fälle von Brandstiftung und Vandalismus immer häufiger wurden. Die Front wird heute von einer angrenzenden Gärtnerei genutzt, das Reduit ist Sitz eines Verlags.

 

Werk XIX Obere Gaisenbergbastion
Werk XIX Obere Gaisenbergbastion

 

Werk XX Anschlusslinie. Kein Bild vorhanden.

 

 

Werk XXI – Untere Gaisenbergbastion

 

 

 

Diese Bastion war eins der stärksten Kernwerke der Hauptumwallung, das dreistöckige Reduit wurde als Defensivkaserne ähnlich den Reduits der Donaubastionen gebaut, allerdings wegen des Höhenunterschiedes in zwei Flügeln abgestuft. 1896 wurde auf den niedrigeren Flügel ein weiteres Stockwerk aufgesetzt. Weiter bestand sie aus Wallanlage, Escarpe und trockenem Graben, einer Secondeflanke an der linken und einer Doppelcaponniere an der rechten Schulter. In den Wallenden wurden jeweils Pulvermagazine eingebaut, im Saillant befanden sich Bonnetkasematte, Mörserbatterie und Bonnetbatterie, letztere beiden auf dem Wall. Die Bastion wurde zwischen 1897 und 1918 vom ersten Bataillon des Infanterieregiments Nr. 127 belegt, die Caponniere zwischen 1913 und 1918 von der 12. Kompanie des III. Bataillons.


 

Gaisenbergkaserne  in ulm  Ansichtskarte
Ansichtskarte um 1900. Gaisenbergkaserne in Ulm

Die auch Gaisenbergkaserne genannte Bastion wurde nach dem Ersten Weltkrieg aufgelöst, und das Reduit wurde zum Wohngebäude. Während des Zweiten Weltkriegs brannte das 1896 aufgesetzte Stockwerk vollständig aus. 1956 wurden dort die letzten Bewohner der Wilhelmsburg untergebracht, da diese von der Bundeswehr genutzt werden sollte. 1960 wurde mit dem Abbruch der Bastion begonnen, um Platz für die Hochschule Ulm zu schaffen. Auf dem Gelände des Reduits befindet sich heute ein Parkplatz. Lediglich Teile des rechten Walls, die mächtige Doppelcaponniere und Teile der rechten Face und Kehlmauer blieben erhalten. Die Caponniere wird seitdem vom Studentencafé und dem Club 15 genutzt, das Gelände des Walls von der Begegnungsstätte Charivari.

 

Bundesfestung Ulm, Werk XXI Untere Gaisenbergbastion
Werk XXI Doppelcaponniere der Unteren Gaisenbergbastion

 

Werk XXII Anschlusslinie Kein Bild vorhanden

 

 

XXIII und XXIV – Contregarde und Untere Donaubastion

 

Beide Werke wurden zwischen 1845 und 1855 unter Major von Völker, das Reduit unter dem württembergischen Oberleutnant Sonntag errichtet und konnte mit 1.611 Mann (Bastion) und 52 Mann (Contregarde) belegt werden.

 

Die beiden Werke bestanden aus einem vierstöckigen Reduit mit zwei Flanken- und einem Treppenturm, welches als Defensivkaserne genutzt werden konnte, Wall, Escarpe, zwei nassen Gräben (für jedes Werk ein eigener), Glacis, einer ungewöhnlich starken Bonnetkasematte in der Bastionsspitze mit dahinter liegender Wurfbatterie, Pulvermagazinen in den Wallenden, einer Caponniere an der linken Schulter und einer Halbcaponniere an der rechten Kehlmauer.

 

Zwischen 1873 und 1918 diente das Reduit der 1. und 3. Kompanie des württembergischen Pionierbataillons Nr. 13 als Kaserne, daher auch der im Volksmund gebräuchliche Name „Pionierkaserne“. 1894–96 wurde das Reduit um ein Stockwerk erhöht.

 

Bundesfestung Ulm, Werk XXIV Untere Donaubastion
Werk XXIV Untere Donaubastion

 

Werk XXV Roter Turm  Kein Bild vorhanden

Werk XXVIII Weißer Turm  Kein Bild vorhanden

 

 

Die Forts auf der Ulmer Seite

 

Das Fort Unterer Kuhberg XXIX

 

samt Hornwerk wurde zwischen 1846 und 1858 unter dem nassauischen Oberleutnant von Sachs und dem württembergischen Oberleutnant von Valois etwa einen Kilometer südwestlich des Ravelins III am Fuß des Kuhbergs in Form einer Halblünette erbaut und konnte bis zu 1.300 Mann belegt werden, davon 1.270 im Fort und 30 im Hornwerk.

 

Bundesfestung Ulm, Unterer Kuhberg    Werk XXIX
Unterer Kuhberg Werk XXIX

 

Das Fort Mittlerer Kuhberg Werk XXXI existiert nicht mehr.

Das kleine Turmfort wurde etwa einen Kilometer südwestlich des Forts Unterer Kuhberg in den Jahren 1855 bis 1857 unter dem württembergischen Hauptmann von Gaisberg errichtet. Es besaß eine Kehlmauer mit Reduit und eine Wallanlage mit vier Geschützstellungen. Gebaut wurde es, da das Gelände vom Fort Unterer Kuhberg nicht einsehbar war und somit ein Zwischenwerk nötig wurde. Um 1880 wurde das Reduit mit Erde angeschüttet und der Wall mit drei Traversen versehen. Während des Zweiten Weltkriegs diente das Reduit als Lager für Blindgänger und Stabbrandbomben. Am 24. September 1944 wurde das Fort durch eine Explosion schwer beschädigt, nachdem Kinder aus einer 2.000 kg schweren Bombe Sprengstoff herauskratzten und anzündeten. Die Ruine wurde 1959/60 abgetragen. Heute steht auf dem Gelände eine Jugendherberge, der Umriss des Forts ist noch an der Baumreihe erkennbar.

 

 

Das Fort Oberer Kuhberg Werk XXXII

 

wurde 500 Meter nordwestlich des Forts Mittlerer Kuhberg unter Leitung des Oberleutnants von Valois (Fundamente) und des Hauptmanns von Gaisberg (Vollendung) in den Jahren 1848 bis 1857 auf dem Kuhberg erbaut. Es besitzt eine Wallanlage mit Mörserbatterien in beiden Schultern sowie im Saillant, eine umlaufende Mauer, an deren frontalen Schultern Flankentürme angebracht wurden, sowie ein in der Kehlseite liegendes halbmondförmiges Reduit. Um das Fort verläuft ein trockener Graben, an dessen Außenseite vor dem Saillant ein Blockhaus stand. Das Fort konnte mit maximal 814 Mann belegt werden.

 

Oberer Kuhberg     Werk XXXII Luftaufnahme
Oberer Kuhberg Werk XXXII Luftaufnahme
Bundesfestung Ulm Oberer Kuhberg Werk XXXII  Ostseite Eingangsbereich.
Oberer Kuhberg Werk XXXII Ostseite Eingangsbereich.
Bundesfestung Ulm, Oberer Kuhberg     Werk XXXII
Oberer Kuhberg Werk XXXII Innenbereich
Bundesfestung Oberer Kuhberg Werk XXXII  Westseite
Oberer Kuhberg Werk XXXII Westseite

 

XXXIII – Fort Söflinger Turm

 

Erbaut wurde das Turmfort in den Jahren 1855 und 1856 unter Leitung des Oberleutnants Faber du Faur, es konnte mit 65 Mann belegt werden. Es liegt knapp zwei Kilometer westlich der Kienlesbergbastion und zweieinhalb Kilometer nördlich des Forts Oberer Kuhberg. Es besteht nur aus einer umlaufenden Wallanlage, einer Kehlmauer und einem Reduit. 1899 wurde der Treppenturm auf dem Reduit abgebrochen. Bis in die 1970er wurde das Fort von einem Industriebetrieb benutzt und ab 1981 restauriert.

 

Bundesfestung Ulm, Söflinger Turm        Werk XXXIII
Söflinger Turm Werk XXXIII

 

Das Fort Unterer Eselsberg XXXIV

 

liegt 1,2 km westlich der Wilhelmsburg und 900 m nordöstlich des Forts Söflinger Turm und konnte bis zu 684 Mann aufnehmen. Erbaut wurde es unter Leitung von Faber du Faur in den Jahren 1848 bis 1856. Es besteht aus einer traversierten Wallanlage mit acht Geschützstellungen, einer umlaufenden Mauer, einem bogenförmigen Reduit, dessen Abschlüsse (Traditoren genannt) in den Kehlgraben hineinreichen, einem Graben, einer Doppelcaponniere im Saillant und einer dahinterliegenden Wurfbatterie. 1903 wurde das Fort vor der rechten Front um eine Munitionsanstalt erweitert. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Reduit schwer beschädigt und die Wallanlage durch Sprengbomben verwüstet. In der Nachkriegszeit fanden im Fort das Beschussamt, ein Polizeiposten und eine Hundestaffel der Polizei eine Heimat. Ab 1985 wurde das Fort restauriert und das Reduit wieder aufgebaut. Heute haben im Reduit mehrere Vereine ihren Sitz.

 

Unterer Eselsberg Werk XXXIV  Luftaufnahme.
Unterer Eselsberg Werk XXXIV Luftaufnahme.
Bundesfestung Ulm, Unterer Eselsberg    Werk XXXIV
Unterer Eselsberg Werk XXXIV

 

Oberer Eselsberg, Nebenwerk Werk XXXV Kein Bild vorhanden

 

 

XXXVI – Hauptwerk Oberer Eselsberg

 

Das große Hauptwerk Oberer Eselsberg wurde wie Werk XXXV als Biehler-Fort ausgeführt und 1881 bis 1887 unter den Oberleutnants Küster und Lehmann als nahezu symmetrische Lünette erbaut. Es konnte mit bis zu 750 Mann belegt werden. Das Werk besitzt jeweils eine Caponniere an den Schultern und eine am Saillant, dort befand sich auch ein Kasemattenkorps. Um 1903 wurde das Werk zu einem reinen Infanteriewerk umgebaut und 1914 in die Hauptkampfstellung als Stützpunkt 29 mit einbezogen.

Reichswehr und Wehrmacht nutzten das Fort zwar, allerdings nicht als Kaserne. Danach wurde es erst zur Notunterkunft, dann als Munitionsdepot der Amerikaner und als Lager. 1971 wurde das Werksinnere abgebrochen, um das Versorgungszentrum der Universität Ulm darauf zu errichten, lediglich die Grabenanlagen und Teile des Walls sind erhalten.

 

Bundesfestung Ulm, Oberer Eselsberg, Hauptwerk      Werk XXXVI
Oberer Eselsberg, Hauptwerk Werk XXXVI

 

Werk XXXVII Fort Prittwitz Kein Bild vorhanden.

 

 

XXXVIII – Fort Örlinger Turm

 

Der freistehende Geschützturm, im Volksmund auch „Schwedenturm“ genannt wurde von 1850 bis 1852 unter Oberleutnant Arlt erbaut und konnte mit 106 Mann belegt werden. Er liegt 600 m östlich der Wilhelmsfeste im Örlinger Tal direkt an der Filstalbahn, zu deren Schutz er errichtet wurde. Eine Besonderheit der Ulmer Bundesfestung sind die Maschikuli am Turm anstelle der sonst üblichen Flankierungstürmchen, mit denen der Boden direkt vor dem Turm bestrichen werden konnte. Im Erdgeschoss befinden sich zurückgezogene Bögen, in die Senkscharten eingebaut wurden. Die Erdbedeckung wurde 1948 gegen einen Zementglattstrich ausgetauscht. Danach diente der Turm als Jugendherberge, bis sie 1960 auf das Gelände des ehemaligen Forts Mittlerer Kuhberg umzog. Bis Juli 2010 war der Turm noch bewohnt.

 

Bundesfestung Ulm - Örlinger Turm    Werk XXXVIII
Bundesfestung Ulm - Örlinger Turm Werk XXXVIII

 

XXXIX – Fort Albeck

 

Auf der Kuppe des Safranbergs wurde ab 1846 das größte Außenfort der Bundesfestung unter dem württembergischen Oberleutnant Zimmerle und dem österreichischen Oberleutnant Becher errichtet und 1859 als letztes Werk der Festung fertiggestellt. Das Fort konnte mit bis zu 1.340 Mann belegt werden und liegt etwa 700 m nordöstlich der Oberen Gaisenbergbastion. Es besteht aus einer traversierten Wallanlage mit 16 Geschützständen, einer Escarpe mit Doppelcaponnieren in den Schulterpunkten, einer Kehlmauer mit einem Reduit, dessen Traditoren in den Graben hineinragen, einer Bonnetkasematte mit dahinterliegender Wurfbatterie im Saillant, zwei in den Wallenden liegenden Pulvermagazinen, einem Wallmeisterhaus in der linken Kehle und Blockhäusern an den Kehlecken und vor dem Saillant.

 

Fort Albeck Werk XXXIX  Luftaufnahme  Bundesfestung Ulm
Fort Albeck Werk XXXIX Luftaufnahme
Bundesfestung Ulm, Fort Albeck          Werk XXXIX
Fort Albeck Werk XXXIX

 

XL – Fort Safranberg

 

Das Fort Safranberg ist mit 150×100 Metern Außenabmessung das kleinste Außenfort der Bundesfestung und liegt etwa 300 m östlich des Forts Albeck. Es wurde zwischen 1855 und 1858 in Form einer Halblünette unter dem württembergischen Oberleutnant Blumhardt erbaut und fasste bis zu 66 Mann. Es besteht aus einem Reduit, einem Wall, einer Kehlmauer und einem trockenen Graben. Nach Ende der militärischen Nutzung 1918 diente das Reduit lange Zeit als Lager für Sprengstoffe und Feuerwerk, bis heute besteht auch noch ein privat genutzter Garten im Innenhof. Das Fort wurde, nachdem es jahrzehntelang vernachlässigt wurde, 1995 vom Förderkreis Bundesfestung gekauft und wird seitdem restauriert.

 

Bundesfestung Ulm, Fort Safranberg     Werk XL
Fort Safranberg Werk XL

 

XLI – Fort Friedrichsau

 

Das 750 m nordöstlich der Unteren Donaubastion vorgelagerte Fort Friedrichsau wurde zwischen 1852 und 1854 unter Oberleutnant Blumhardt erbaut und fasste bis zu 113 Mann. Als einziges Fort der Festung verfügte das Werk über einen nassen Graben. Außerdem besteht es aus einem Reduit, einem Wall, einer Kehlmauer, zwei Hohltraversen, zwei Flankentürmen an den Schulterpunkten und – ebenfalls einzigartig in der Festung – einer Capitaltraverse im Saillant des Walls, die die beiden Werkshälften beinahe vollständig trennt.

 

Ursprünglich war es als Fort in zweiter Reihe geplant und sollte fünf gleich lange Seiten besitzen. Nachdem die Neu-Ulmer Werke 10 und 11 jedoch gestrichen wurden, mussten die Pläne für das Fort angepasst werden und es wurde in Form einer Lünette erbaut. 1914 wurde das Reduit auf der Innenhofseite mit einem meterdicken Betonpanzer versehen, da die Räume als Treibstofflager vorgesehen wurden. Im Zweiten Weltkrieg diente es auch als Luftschutzraum, danach als Lebensmittellager. Der rechte Flankenturm wurde in den 1960ern zu Gunsten eines Bärengeheges abgebrochen. Das Bärengehege wurde 2003 in den nahegelegenen Tiergarten umgesiedelt. Ansonsten ist das Werk vollständig erhalten.

 

 

Bundesfestung Ulm, Werk XLI Fort Friedrichsau
Werk XLI Fort Friedrichsau
5. Württembergische Grenadier-Regiment König Karl. Postkarte von 1899
5. Württembergische Grenadier-Regiment König Karl. Postkarte von 1899

 

Nach Abschluss der Militärkonvention mit dem Norddeutschen Bund vom 21./25. November 1870 erhielt es wie alle württembergischen Truppenteile zur Unterscheidung von Truppenteilen anderer deutscher Staaten am 2. Oktober 1871 den entsprechenden Zusatz 5. Württembergisches Infanterie-Regiment (Grenadier-Regiment) König Karl.

 

 

Weitere empfehlenswerte Seiten zut Bundesfestung Ulm

Textquellen Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Bundesfestung_Ulm

 

 

Förderkreis der Bundesfestung e.v. Ulm

http://festung-ulm.de/


Die Geschichte des Pionier-Bataillons 13 lässt sich bis zum Jahre 1814 zurückverfolgen.

http://www.pionier-bataillon-13.de/   

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Quellen: Textpassagen zum Teil aus Wikipedia